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Ein aufgehender Stern am Komponistenhimmel ist die aus Eriwan stammende und nach Deutschland wirkende Narine Khachatryan (geb. 1979). In ihrem Opus für vierstimmigen Jugendchor verwendet sie Texte aus dem fünften Jahrhundert. Ihre Klangfolgen schichtet sie dabei auf modalem Grund auf und setzt einstimmige Melismen dagegen. Der Kammerchor des Pestalozzi-Gymnasiums München unter der Leitung von Andrea Görgner brachte dieses hochartifizielle und sensible Werk eindrucksvoll zu Gehör. Musik für Kinder? Musik für Jugendliche? Ja, für kultivierte Jugendliche in der Schwermutsphase...("Nordwind und Schmetterling" Gertrud Firnkees, aus nmz, Februar 2009).


"Armenische Musik ist die Nabelschnur zur meiner Heimat. Wenn ich komponiere, denke ich nicht explizit daran, meine Musik armenisch zu machen oder armenische Elemente in meiner Musiksprache mit einzubeziehen. Dies geschieht automatisch. Das ist in mir fortgepflanzt."


"Ich baue die musikalische Brücke zwischen Armenien und Deutschland weiter. Meine Ideen werden zwar hier geboren, aber deren Wurzeln gehen tief zurück in die armenische Tradition".


"Armenische geistliche Musik ist für mich ein unschätzbares und unzerbrechliches Fundament, auf das ich meine Musiksprache, meinen Stil aufbauen will".
N. Khachatryan

"Exurge Domine..." ist den 1,5 Millionen Armeniern gewidmet, die 1915 ermordet wurden. Als Titel für meine Komposition habe ich die Zeile "Wach auf Herr, warum schläfst Du?" aus dem 44. Psalm genommen. Ich möchte mich mit dieser Zeile an die ganze Welt wenden, denn der Völkermord von Armenien wird auch nach 100 Jahren immer noch nicht von den Nachkommen der Täter anerkannt. Narine Khachatryan